Monatsandacht für Februar 2026
Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Geschwister!
Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das
der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.
Dtn 26,11 (E)
Freue Dich! Freue Dich an dem, was Gott Dir schenkt! Freu Dich, dass Gott Dich
versorgt! Gott lässt Bäume blühen, Früchte wachsen, Getreide sprießen. Wir säen
und pflügen, wir arbeiten und sorgen uns – doch dass etwas wächst, gedeiht und
reift, ist nie selbstverständlich. „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das
Land; doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand“, singen wir. Dieses
Vertrauen prägt auch den oben genannten Vers.
Wer den Text im Zusammenhang liest entdeckt: Dtn 26 zeichnet den langen Weg
Israels nach – von Not und Fremdsein, Unterdrückung und Entbehrung hin zu
Befreiung und Versorgung und einem neuen Anfang und der ersten Ernte im neuen
Land. Die Freude, von der hier die Rede ist, steht am Ende einer Leidensgeschichte
– und gleichzeitig mitten in einer neuen Geschichte, in der Gottes Fürsorge spürbar
wird. Die erste Ernte im neuen Land ist Zeichen dieser Güte. Und ein Teil davon soll
zurückgegeben werden: als Gabe an Gott, indem sie mit Priestern und Fremden
geteilt wird. So wird deutlich: Die Ernte ist kein Besitz, den man hortet. Sie ist eine
Gabe, die verwaltet und geteilt werden soll. Denn die Ernte gehört nicht den
Menschen, die den Boden bearbeiten, sondern Gott, der wachsen lässt. Er versorgt
und nährt seine Menschen. Und durch eine gerechte Verteilung werden alle versorgt
– auch die Leviten, die kein eigenes Land bebauen, und die Fremden, die im Land
wohnen. Boden bereiten, Steine sammeln, graben, pflügen, säen, pflanzen, pflegen,
ausjäten, bewässern, stützen, pflücken, schneiden, sammeln, einbringen: Ernte
bedeutet viel Arbeit für viele Menschen und doch ist das Gedeihen und Reifen der
Pflanzen unverfügbar. Wir arbeiten, aber wir haben das Wachstum nicht in der Hand.
Die Früchte unserer Mühe sind Gottes Geschenk. Wer erntet, ist zuerst
Empfangender. Und aus Empfangenden werden Gebende, wenn sie teilen. Die
Versorgten werden selbst zu Versorgerinnen und Versorgern. So sorgt Gott für alle.
Freude macht das sichtbar: Wir sind Empfangende und Versorgte. Wer sich über
diese Versorgung Gottes freut, hält sie nicht für selbstverständlich. Er weiß, eine
Ernte ist nie nur eigener „Besitz“. Nicht zum Horten und Wegsperren gedacht, um nur
alleine in den Genuss zu kommen. Gottes Gaben sind zum Teilen bestimmt. Freude
zeigt sich im Teilen – und das Teilen wird selbst zu einem Ausdruck der Freude.
Teile das Gute, das Dir geschenkt wurde, mit anderen. Lass sie an Deiner Freude
teilhaben, indem Du sie an deiner Fülle teilhaben lässt. Gott versorgt – und die
Freude erinnert an seine guten Taten. Dtn 26 begründet auf eindrückliche Weise
eine Haltung, die aus der Erfahrung mit Gott erwächst: Dankbarkeit, die sich darin
zeigt, dass ich mich anderen zuwende und mit ihnen teile.
Teile Deine Freude mit anderen, indem Du sie an dem Guten teilhaben lässt, mit
dem Gott Dich versorgt.
Prof. Dr. Andrea Klimt
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