Monatswort Februar-März 2021

ich grüße Sie mit dem Monatsspruch für Februar:
„Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“ (Lukas 10, 20)
In der Bibel spielt Freude eine große Rolle. In Psalmen wird besungen, dass Gott Freude und Wonne für Beter ist. Ihm zu dienen und seine Werke zu erforschen macht Freude. Vielen wird dazu auch das Pauluswort einfallen: „Freut euch in dem Herrn allewege.“ (Philipper 4,4) Aber ist das wirklich so unkompliziert und selbstverständlich? Kann man sich überhaupt freuen, obwohl es so viel Leid, Krankheit und Tod gibt?

Im vergangenen Jahr hatten wir eine ganze Portion mehr Sorgen statt Freuden aufgebürdet bekommen. Wer hätte vor 12 Monaten gedacht, dass es bei uns einmal Ausgangssperren und Maskenzwang geben würde, dass zu Ostern Gottesdienste verboten sein würden und unter den gegebenen Umständen auch etliche Heiligabendgottesdienste ganz ausfallen mussten? Dass Gemeindekirchenräte in besonderer Weise gefordert sein würden, ihrer christlichen Verantwortung gerecht zu werden und entsprechende Entscheidungen zu treffen? Und dass kirchliche Gemeindearbeit ganz anders vonstattengehen müsse als sonst? Da sollen wir uns freuen? Selbst Jesus hatte während seines Wirkens nicht ständig Grund, sich zu freuen. Nicht alle haben sich von ihm begeistern lassen. Trotzdem zog er generell in einer froh gestimmten Lebenshaltung durch Dörfer und Städte und brachte den Menschen die Botschaft vom liebenden Gott, die geprägt war von Freude an seinem himmlischen Vater. Das hatte ansteckende und heilende Wirkung auf die Zuhörer, deren Lebensumstände ebenso wenig, vor allem nicht täglich Anlass zur Freude gaben. Aber Jesus sagte seinen Jüngern: Grund zur Freude haben wir nicht, weil wir so toll sind und so viele Verdienste haben, sondern weil Gott uns kennt und liebt, weil „unsere Namen im Himmel geschrieben sind“. Wir Menschen stehen auf der Festplatte bei Gott, was auch kommen mag. Daran hielt Jesus fest bis zum Tod. Eines seiner letzten Worte am Kreuz: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.“ (Lukas 23,46). Diese Gewissheit kann durchs Leben tragen, was immer es bringt, auch durch Trauer, Erfolglosigkeit oder Ablehnung. Sogar im Blick auf Krankheit und Tod dürfen wir Jesu Zusage festhalten: Unsere Namen sind auf Gottes Liste verzeichnet. Das gibt Grund zu tiefer, unendlicher Freude. Solch eine Freude, verbunden mit Hoffnung und Zuversicht mögen wir entdecken in einer Zeit, die so manchen Verzicht von uns fordert.

Ihre Pfarrerin Swantje Adam

Der aktuelle Bote als PDF