Monatswort Juni – Juli

Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Johannes 4, 16)
Nach Pfingsten beginnt die Trinitatiszeit und alle Sonntage tragen die Namen: 1. Sonntag nach Trinitatis, 2. Sonntag … usw.? Trinitatis ist das Dreieinigkeitsfest. Und der Glaube an die Dreieinigkeit gehört zu den wichtigsten und gleichzeitig auch schwierigsten Inhalten unseres christlichen Glaubens. Haben wir nun einen Gott oder drei? Wir beten ja nicht nur zu Gott, unserem Vater, sondern oft auch zu Jesus, zum Heiligen Geist aber eher selten.

Wenn ich vom Vater spreche, meine ich Gott, den Schöpfer, der mir mein Leben geschenkt hat mit allem, was dazu gehört. Der dafür sorgt, dass ich bekomme, was ich brauche und mich staunen lässt über die Fantasie und den Ideenreichtum seiner Schöpfung. Wenn ich von Gott, dem Sohn spreche, meine ich Jesus von Nazareth, der vor 2000 Jahren Menschen zu sich rief und gesund machte. Der vom Reich Gottes predigte und der Liebe Gottes. Dieser Botschaft widmete er sein Leben, und dafür ging er durch den Tod hindurch. Von Gottes Heiligem Geist wird uns in der Pfingstgeschichte erzählt. Ihn spüren wir als Kraft, die uns zur Liebe drängt. Die uns Mut macht, ein tröstendes Wort zu sagen oder um Verzeihung zu bitten. Eine Kraft, die Christen hilft, im Alltag glaubwürdig zu leben. Wie kriegen wir diese drei nun zusammen in eins? Für die Dreieinigkeit gibt es Bilder, die uns helfen, uns vorzustellen, wie drei verschiedene Dinge in eins verschmelzen können. Gerade habe ich ein neues kennengelernt: die Erdbeere. Wegen ihrer dreigeteilten Blätter galt sie früher als Symbol für die Dreieinigkeit und vor allem, weil sie alles gleichzeitig hat: Blätter, Blüten und Früchte, aber doch Eines ist. Gott ist die Liebe, so steht es im Johannesbrief. Aus Liebe schenkte er uns das Leben und diese herrliche Welt, in der wir leben dürfen. Aus Liebe sandte er uns seinen Sohn. Aus Liebe verkündigte uns Jesus die Botschaft von der Versöhnung. Und aus Liebe ging er für uns ans Kreuz. Liebe ist letztlich auch die Kraft des Heiligen Geistes in unseren Herzen, die uns bereit macht, Leidenden zu helfen, Weinende zu trösten, Hungrige zu speisen und Traurige zu besuchen. Liebe, das ist das Geheimnis der Verbindung von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Wenn wir das erkannt haben, wissen wir, woran uns alle Sonntage bis Herbst erinnern wollen: Es geht eigentlich um die immer gleiche Frage: Wie kann die Liebe Gottes in unserem Leben als Christen Früchte tragen? Gerade in unruhigen Zeiten ist es wichtig, darüber nachzudenken. Bleiben Sie gesund an Leib und Seele!

Pfarrerin Swantje Adam

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