Monatswort Juni- Juli 2019

Wen dürstet, der komme. Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. (Offenbarung 22, 17b)
Erfreulicherweise gab es in den letzten Wochen einige Taufanmeldungen in unseren Gemeinden. Manche Täuflinge wurden bereits getauft, anderen steht die Taufe noch bevor, sei es beim Elbegottesdienst oder in einer unserer schönen Kirchen. Mit der Taufe wird ein kleines oder größeres Menschenkind in die christliche Gemeinschaft aufgenommen.

Traditionellerweise bringen Eltern ihre Säuglinge zur Taufe, um ihren Kindern Gottes Segen mit auf den Weg zu geben. Da kleine Kinder den Glauben noch nicht selbst bekennen können, sprechen dann die Eltern und Paten stellvertretend das Glaubensbekenntnis. Bei der Taufe von Babys wird eines besonders deutlich: Gottes Segen ist ein riesengroßes Geschenk, das wir empfangen, ohne dass wir irgendetwas dazu tun müssen. Seine Gnade fällt uns ganz unverdient zu. Umsonst. Jugendliche oder Erwachsene, die getauft werden möchten, vollziehen diesen Schritt ganz bewusst. Damit wollen sie ihrem Wunsch Ausdruck verleihen, ganz zu Gott zu gehören. Und oft hören wir dann ermutigende Geschichten darüber, wie der Glaube in ihnen gewachsen ist. Das kann auch andere stark machen. Das wichtigste Element der Tauffeier ist das Wasser. Es ist das Urelement des Lebens. Wie wir wissen, kann Wasser auch eine Bedrohung für das Leben sein. Durch dreimaliges Untertauchen erfuhren die Täuflinge früherer Zeiten symbolisch, was Jesus Christus durchlebt hat. Wie er durch den Tod hindurch zum ewigen Leben gelangt ist, so kam das Wasser über den Täufling und er tauchte auf als Mensch des neuen Lebens. In der Bibel lesen wir, dass auch Jesus selbst in einem Fluss getauft worden ist, im Jordan. Heutzutage wird dem Täufling im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes nur noch etwas Wasser über den Kopf gegossen. Spannend ist, dass jetzt alte Traditionen wiederentdeckt werden und es auf Wunsch auch mehr Wasser sein darf. Dann ist es gut, wenn man die Elbe vor der Haustür hat. Martin Luther soll sich auf seinen Schreibtisch mit großen Kreidebuchstaben geschrieben haben: „Ich bin getauft.“ In seinen schlimmsten Zeiten der Anfechtung und Dunkelheit hat er sich daran getröstet, und wir wissen – er hat große Kämpfe gegen den Teufel ausgefochten. „Ich bin getauft.“ Schreiben Sie sich diesen Satz auch irgendwohin, auf den Schreibtisch oder an die Pinnwand. Erzählen Sie anderen von der Kraft, die Ihnen Ihre Taufe gibt. Und bringen Sie gern ihre Kinder und Enkel zur Taufe. Oder lassen Sie sich selbst taufen! Sie können mich dazu alles fragen.

Pfarrerin Swantje Adam

Der aktuelle Bote als PDF