Monatswort Dezember 2018/Januar 2019

Sterne haben in der Advents- und Weihnachtszeit Hochkonjunktur. Es gibt sie in allen Varianten: aus Papier, aus Holz, aus Keramik, zum Essen, als Leuchtobjekte. Der Stern ist uns bis heute ein Symbol für das Kommen Jesu.

Natürlich kennen wir alle die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern zur Krippe folgten um den neugeborenen König anzubeten. Schließlich kommen sie jedes Jahr beim Krippenspiel vor. Die bekannteste Weihnachtsgeschichte, die jedes Jahr zu Heilig Abend in der Kirche zu hören ist, steht im Lukas-Evangelium. Dort kommen die Weisen nicht vor. Ihre Geschichte wird nur im MatthäusEvangelium erzählt. Dabei ist der Monatsspruch für Dezember das große Finale. Vorher waren die drei auf ihrer Suche nach dem neuen Herrscher bei Herodes und fragten ihn nach dem Kind. Er half ihnen sogar, den richtigen Weg zu finden. Allerdings sollten sie auf dem Rückweg wieder bei ihm anhalten und ihm von dem Kind berichten. Sein Plan war, das Kind ermorden zu lassen. Gott hat das verhindert, zum Glück. Was für ein furchtbares Ansinnen! Ein Kind aus Angst vor Machtverlust umbringen zu lassen! Schrecklich, oder? Bloß gut, dass wir heute in zivilisierten Zeiten leben, in denen so etwas nicht mehr vorkommt. Ist das so? Wir lassen natürlich keine Kinder umbringen, wir verhindern nur, dass sie im Mittelmeer aus dem Wasser gefischt werden. Oder, dass sie in Auffanglagern oder Gefängnissen aufgehalten werden, damit sie nicht nach Europa kommen und unseren Wohlstand bedrohen. Wir werfen in Europa und Nordamerika so viele Lebensmittel weg, dass damit alle Hungernden dieser Welt versorgt werden könnten. Wenn Sie sich jetzt fragen: Muss das sein, hier im Boten? Ja, es muss sein, denn Jesus hat uns gelehrt, dass die Schwächsten die sind, um die wir uns am meisten sorgen müssen. An unserem Umgang mit ihnen wird eines Tages entschieden werden, ob wir es wert sind in den Himmel zu kommen. Ich schließe mich selbst da gar nicht aus. Oft bin ich auch ungeduldig, kurzsichtig und ungerecht. Zum Glück gibt es die Bibel, mit ihren alten, eindeutigen Texten, die mich davor warnen, mir allzu sicher zu sein, dass ich alles richtig mache. Aber sie bietet auch Trost, den Trost, dass ich mit allen meinen Fehlern am Ende doch bei Gott willkommen bin. Wenn ich nur immer wieder versuche, den richtigen Weg zu finden. Dabei ist es egal, wieviele Versuche ich brauche, denn Jesus ist diesen Weg schon vor mir und für mich gegangen. Er ist der Stern in meiner Finsternis. Eine schöne Advents- und Weihnachtszeit wünscht

Angela Frenzel

Der aktuelle Bote als PDF