Monatswort August – September 2022

Gut behütet

In diesen heißen und sonnigen Zeiten bewährt es sich, einen Sonnenhut zu tragen. Für Wind und Wetter gibt es dann bestimmt noch einen anderen Hut in unserem Schrank, der zum Einsatz kommen könnte. Aber wissen Sie überhaupt, dass es neben dem Hut auch die Hut gibt? Vor manchem sollten wir auf der Hut sein. Aber wenn wir unter der Hut Gottes stehen, dürfen wir uns sicher fühlen. Der oder die Hut – beides meint eine schützende Bedeckung. Wer einen anderen schützt, der hütet ihn, der behütet ihn.

Die bekannteste Bibelstelle zu diesem Thema ist der sogenannte aaronitische Segen, wie er zum Ende der meisten Gottesdienste gesprochen wird: „Der HERR segne dich und behüte dich …“. (4. Mose 6, 24) Wenn in der Bibel von Behüten die Rede ist, steht die Erfahrung dahinter, dass Gott seine schützende Hand über uns Menschen hält und uns vor mancherlei Unheil bewahrt. Das können manchmal kleine, eher unscheinbare Begebenheiten sein. Aber es gibt in jedem Leben auch sehr deutliche und eindrucksvolle Ereignisse: Jemand ist mit dem Auto von der Straße abgekommen, hat sich überschlagen und ist doch unverletzt aus dem Wrack ausgestiegen. Sicher kennen Sie solche oder ähnliche Erlebnisse, nach denen man nur staunend sagen konnte: „Danke, lieber Gott, dass du mich behütet hast.“ Wie ist es aber mit so einem Hut, wie behütet er uns? Genaugenommen behütet uns ein Hut nicht vor dem Unwetter, denn da müssten wir einen Zauberhut haben. Das Unwetter hört deswegen nicht auf. Der Hut behütet uns im Unwetter, wir kommen da besser „durch“, denn der Hut hält das Schlimmste von uns ab. So ähnlich ist es, wenn Gott uns behütet. Er behütet uns nicht vor Sonne und Hitze, Wind und Wetter, aber er behütet uns in Sonne, Hitze und allen Unwettern. Niemandem bleiben in seinem Leben stürmische Zeiten oder Dürreperioden erspart. Gott will uns gerade in solchen Situationen behüten und beschützen. Er hält seine Hand über uns und will unser Hüter sein. Nur ist es manches Mal mit Gottes Hut so wie mit einem echten Hut. Wenn wir ihn ein paar Stunden aufhaben, dann denken wir gar nicht mehr daran, dass er auf dem Kopf ist. Vielleicht werden wir erst durch einen Windstoß daran erinnert. Aber wenn der Sturm vorbei oder die Wüste durchwandert ist, dann sehen wir oft im Nachhinein: Auch in diesen Zeiten hat er uns behütet und begleitet und gerade dann! Gott behüte Sie auf all ihren Wegen!

Ihre Pfarrerin Swantje Adam

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