Monatswort April – Mai 2019

in der Passionszeit machen sich viele Christen auf einen besonderen Weg, der meist innerlich beschritten wird. So heißt die Fastenaktion der Evangelischen Kirche in diesem Jahr „7 Wochen ohne Lügen“. Solch ein Weg kann aber auch physisch-leiblich vollzogen werden, z.B. durch das Nachgehen der Kreuzwegstationen Jesu.

Wer die Möglichkeit hat, einmal in Jerusalem zu sein, wird dort auch außerhalb der Karwoche vielen Kreuzträgern begegnen, die ihre schwere Last tragen. Diese Menschen wollen das Leiden Jesu Christi körperlich nachempfinden. Die Kreuzigung markierte den absoluten Tiefpunkt im Leben der Freunde Jesu. Sie dachten damals, dass alles Bisherige sinnlos gewesen und all ihre Träume zu nichts zerstoben seien, weil ihnen ihr Herr und Meister durch einen ungerechten Tod genommen worden ist. Wie konnte Gott das nur zulassen? Und wie konnte daraus ein so fröhliches Fest wie Ostern werden, das das Leben feiert und an dem die Kinder Ostereier suchen? Im Glaubensbekenntnis bekennen wir: „Am dritten Tage auferstanden …“ Mitten in der Nacht des Karsamstags ändert sich die Stimmung. Es beginnt eine neue Zeitrechnung. In mancher Osternachtfeier ist dies zu erleben, auch leiblich-sinnlich. Meist wird in finstrer Nacht begonnen mit dem Entzünden des Osterfeuers und dem Einzug der Gemeinde in die dunkle Kirche. Es ist eine Art Prozession vom Tod zum Leben, von der Dunkelheit ins Licht, vom Grab zur Auferstehung. So erfahren wir, dass unsere Wege nicht am Kreuz oder im Tod enden. Nirgends in der Bibel wird beschrieben, wie das mit der Auferstehung genau zugegangen ist. Eines jedoch wurde bald klar: Gott hat seinen Sohn nicht dem Tode überlassen. Christus ist den Menschen in neuer Lebendigkeit begegnet. Ein paar Frauen haben ihn zuerst gesehen. Später konnten noch viele Menschen diese Erfahrung machen über die Jahrtausende hinweg bis hinein in unsere Zeit. Das verschafft neue Lebendigkeit: Licht und Wärme, Erlösung und Freiheit, Geborgenheit und Angenommensein, Leichtigkeit, Freude und Jubel: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja, halleluja.“ Ich wünsche uns allen noch eine gesegnete Passionszeit und ein umso fröhlicheres Osterfest!

Pfarrerin Swantje Adam

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