Monatswort April/Mai 2018

Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Geschwister!

wenn wir noch was gelernt haben, so ist es das „Vater unser“. Darin enthalten die Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Brot, wie langweilig. Da gibt es ganz anderes Essen, durch Geschmacksverstärker unterstützt. Brot, das gibt‘s doch immer abends, darum heißt es Abendbrot.

Wenn‘s warm und frisch ist, dann schmeckt‘s noch lecker. Ist es aber alt und trocken und beißt man sich die Zähne aus, dann ist der Appetit dahin, egal, was an Belag noch drauf kommt. - Soll ich nun Gott darum bitten? Unser tägliches Brot gib uns heute. Klingt nicht sehr spannend. Brot ist ein Grundnahrungsmittel, na klar. Wir beten darum, dass die Hungernden in der Welt satt werden. Wie wollen wir unser Brot mit ihnen teilen, wenn es uns selbst nicht schmeckt? Die Bitte nach unserm täglichen Brot schließt auch alles andere ein, mit dem wir für unser Leben versorgt sein wollen. Die körperlichen Bedürfnisse gehen nicht nur durch den Magen. Wir haben eher Hunger nach anderen Dingen: Liebe, ohne ausgenutzt zu werden, Frieden ohne Hinterhalt, Gerechtigkeit ohne Enttäuschung, dass mich einer streichelt und an meiner Seite steht, mir Sicherheit schenkt. Schmeckt uns unser Leben, dann genießen auch andere unser Dasein. „Gib uns unser täglich Brot“ damit wir leben und andere mit uns leben können. Der einzige Geschmacksverstärker ist unser Glaube an Jesus. Wenn wir anfangen, andere Geschmacksverstärker zu verwenden, um Appetit zu machen, dann ist alles dahin. Übrigens, Brotbacken begann vor 4.000 Jahren in Ägypten. Durch Zufall entstand Sauerteig. Wir Deutschen sind heute innerhalb Europas mit 85 kg pro Kopf und Jahr Meister im Verbrauch. Und mit über 300 Brotsorten, haben wir die größte Vielfalt in der Welt. Auch Gott gibt nicht jedem die gleiche Brotsorte. Mit der Bitte um Brot bekommt jeder, was er braucht und ihm gut tut. Aber kein Weißbrot, sondern feste Nahrung. Guten Appetit.

Schalom und liebe Grüße

Holm Haschker

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