Monatswort April – Mai 2020

während wir an der Redaktion unserer Kirchennachrichten sitzen, sind wir mittendrin in einer großen Verunsicherung. Was wird nun werden, wie wird es weitergehen? In Dessau mussten wegen der Corona-Krise sogar die Gottesdienste eingestellt werden. In Coswig hatten wir heute (Sonntag Okuli 15.03.) einen schönen Gottesdienst mit Dr. Petra Scharf, die damit ihre Prüfung als Prädikantin bestanden hat und fortan selbständig Gottesdienste halten darf. (Herzlichen Glückwunsch!) In ihrer Predigt ging es um den schweren Leidensweg Jesu, dessen Tragweite und Konsequenzen auch die Jünger nicht begreifen konnten. Wir zitieren das Ende ihrer Predigt:

„Ich habe mich gefragt, wer von den Anwesenden außer Jesus hat geahnt, was in den nächsten Tagen und Wochen geschehen würde? Wer hat Jesu Andeutung darüber verstanden oder geglaubt? Wie viele Kronen und Kreuze sind uns in unserem Leben begegnet? Im Moment ist etwas in aller Munde, das den Namen „Krone“ trägt. Der Herr, unser Gott, der Himmel und Erde und alles, was darauf ist, geschaffen hat, hat auch Viren gemacht. Manche davon hat er sehr schön gemacht. Das Virus, das uns in diesen Tagen beschäftigt, hat er so hübsch gemacht, dass die Menschen, die es zuerst gesehen haben, sagten: „Schau, es sieht aus, als wenn es eine Krone hat“. Deshalb nannten sie es Corona. Corona bedeutet auf Lateinisch „Kranz“ oder „Krone“. Wahrlich, diese Krone macht uns im Moment ganz schön Angst. Aber wenn wir mal länger nachdenken: Wie viele Kronen und Kreuze sind uns in unserem Leben schon begegnet? Sind wir nicht bei manchen von denen zuerst erstarrt vor Schreck oder Angst? Egal, was uns begegnet, wir ahnen am Anfang nicht, wohin uns der Weg führt und wie lang er sein wird. Aber wir als Christen dürfen gewiss sein, selbst wenn der Weg nach Golgotha führt, dass Jesus uns vorangeht. Wenn wir so einen Weg schon mal mitgemacht haben und auf dem Berg von Golgotha den Blick gehoben haben, dann wissen wir zum einen: Der Herr Jesus hängt da für uns am Kreuz. Und zum anderen: Am Horizont dämmert bereits der Ostermorgen herauf. Im Moment scheint der Kranz, den dieses hübsche Corona-Virus trägt, eine Dornenkrone zu sein. Lasst uns Gott vertrauen und schauen, wie sich aus Korn und Samen auch in diesem Frühjahr Neues entwickelt. Und lasst uns die Hoffnung bewahren, dass nach Kreuz und Dornenkrone immer wieder das Osterlicht aufscheinen wird.“ Liebe Gemeinde, auch ich bin sicher, dass es in diesem Jahr wieder Ostern werden wird. Bis dahin wird vielleicht noch manches ausfallen, da verständigen wir uns aber jeweils vorher. Wir müssen also mehr zu Hause beten. Zu den Gottesdiensten werde ich immer da sein. Bitte rufen Sie an, wenn Sie Sorgen haben und wir irgendwie Hilfe organisieren können. Bleiben Sie behütet!

Pfarrerin Swantje Adam

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