Junge Gemeinde unterwegs – Teil 2

Wir verändern die Welt mit unserer Freude, Herz, Liebe, Lust auf was Neues, Mut, Offenheit und Kreativität. Wir sind die Junge Gemeinde Coswig (Anhalt). Am 17. Oktober waren wir wieder im Seniorenwohnpark Coswig und haben mit Senioren geredet und gesungen. Da es schon unser dritter Besuch in diesem Jahr ist, haben wir erstmal unsere Vornamen und Spitznamen erzählt und haben festgestellt, nicht jede oder jeder hat so etwas.

Aber Charlotte Bethge wurde heiter, als sie anfing zu erzählen, dass sie ihr Mann immer Charlie nannte. Da wurde sie rot und lachte. Nach ein paar Liedern machten wir uns per Rollstuhl und Rollator auf den Weg durch das Gartenreich des Seniorenwohnparks und kamen ins Gespräch. Ich war mit Eddi, dem ehemaligen Clown vom Zirkus Renz unterwegs. Er ist seit zwei Jahren im Seniorenwohnpark. Damals wurde er plötzlich krank und musste seinen Beruf als Artist und Clown aufgeben. Es fehlt ihm sehr, die Kinder zum Lachen zu bringen. Der Alltag ist wie er sagt: „langweilig“. Mit Leidenschaft erzählte er von seiner Clownsnummer, wie er die Kinder auf seinen Zwergponys aufsitzen und reiten ließ und er als Clown natürlich immer herunterfiel und sich alle amüsiert hatten. Er saß auch immer verkehrt herum auf dem Pony, was natürlich für Gelächter sorgte. Er hat auch schwere Zeiten in seinem Leben erlebt. Zum Beispiel anderthalb Jahre saß er in Bautzen. Jutta kam vor 5 Jahren ins Heim. Von heute auf morgen wurde sie auch krank. Sie ist plötzlich umgefallen und konnte sich an nichts mehr erinnern. Die Ärzte haben bis heute nichts gefunden. Hier im Heim hat sie, wie sie so schön sagte, „die Kurve gekriegt“ bzw. „das Heim hat mich wieder hingekriegt“ und zeigt dabei auf die Ergotherapeutin Ulrike. Nach gut 30 Minuten Reden und Zuhören, sangen wir noch kräftig das Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ und verabschiedeten uns mit einer Umarmung. Käthe sagte nach der Umarmung mit einem Lächeln zu mir: „Vielen Dank, mich umarmt ja sonst niemand.“ Da umarmte ich sie ein zweites Mal und sie lächelte noch schöner als vorher. Es ist schön, einer Generation zu begegnen, die schon so viel erlebt hat, die dankbar und zufrieden, aber auch irgendwie alleine zu sein scheint. Im Dezember sind wir wieder verabredet. Wir freuen uns darauf und verabschieden uns mit Worten aus Prediger 3: „Alles hat seine Zeit und ein jegliches Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. „Bleiben Sie behütet“.

Die Junge Gemeinde Coswig

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